Dread Nautical: Test zur unheimlichen Kreuzfahrt ins Verderben

Welcome to my realm, child

Alles beginnt mit einer idyllischen Kreuzfahrt über den großen, weiten Ozean. Die Passagiere der Hope haben Spaß, schlürfen genüsslich Cocktails und bräunen sich entspannt in der prallen Sonne. Doch plötzlich bricht die Hölle los. Die Passagiere fangen an, sich selbst zu massakrieren, andere verwandeln sich in höllische Kreaturen und von dem einst so friedlichen Urlaubsgefühl bleibt nur noch Angst und Schrecken übrig. Ein paar Überlebende des Chaos widersetzen sich allerdings dem sicher geglaubtem Tod und bereiten sich fortan zur Gegenoffensive vor. Naja, wenn die Welt schon untergeht, dann wenigstens mit wehenden Fahnen, oder?

Dread Nautical spielt sich fast wie ein klassisches rundenbasiertes Strategiespiel à la X-COM und Konsorten. Aus isometrischer Perspektive justiert ihr eure ulkigen Comic-Figuren über die vergammelten Decks des Schiffs, plündert nützliche Vorräte aus den zahlreichen Trümmern und metzelt ein liederliches Monster nach dem anderen nieder. Dabei erinnert die Spielidee stark an „Und täglich grüßt das Murmeltier“, denn nach jedem erfolgreichen Abstecher auf ein Schiffsdeck beziehungsweise nach jedem Aktivieren des Nebelhorns auf einem Deck erwacht ihr erneut in der Lobby, die sozusagen als Dreh- und Angelpunkt euer zukünftigen Missionen dient.

Von hier aus stellt ihr euer Team zusammen, rüstet euch mit den nötigen Waffen und Utensilien aus oder verbessert eure Fähigkeiten. Dazu müsst ihr allerdings erst ein paar Decks des Schiffes erkunden, sodass ihr genügend sogenannter Teile gesammelt habt, um die gewünschten Stationen zu errichten. Sobald ihr für den nächsten Einsatz alles vorbereitet habt, ruft ihr den Aufzug, wählt ein Schiffsdeck aus und macht euch auf eine unheimliche Erkundungstour durch den unheilvollen Kahn bereit.

Manchmal ist es durchaus ratsam, ein bereits erfolgreich absolviertes Deck erneut zu besuchen, um möglicherweise etwas leichter an die benötigten Ressourcen für ein weiteres Upgrade zu kommen, da der Schwierigkeitsgrad auch auf niedrigem Niveau mit jedem neuen Deck drastisch zunimmt. Das geht sogar so weit, dass ihr beispielsweise auf zweistelligen Decks kaum noch Zeit zur gründlichen Erkundung habt, da ihr auf stärkere und vor allem viel mehr Monster stoßen werdet.

Dazu kommt erschwerend hinzu, dass ihr im späteren Spielverlauf enorm unter Zeitdruck steht, da das Bewusstsein des Bösen erweitert wird, was anhand eines farblichen Symbols veranschaulicht wird. Seid ihr erstmal im roten Bereich angekommen, bricht sprichwörtlich die Hölle los und ihr werdet mit Massen an Monstern übersät, sodass euch häufig das virtuell Zeitliche segnet. Das frustriert mit zunehmender Spielzeit enorm, da euch gerade in den letzten Levels oftmals der Schlüssel zur finalen Tür fehlt und ihr die Hiobsbotschaft erhaltet, dass sich dieser auf der komplett gegenüberliegenden Seite des Schiffs befindet. Eventuell schafft ihr es dann gerade noch, dort halbwegs vital anzukommen, doch der Weg zurück zum Ziel bleibt leider zuhauf erfolglos.

Schon der normale Schwierigkeitsgrad erlaubt auf höheren Decks kaum Fehler, sodass euch gegen Ende ein wirklich hartnäckiges Abenteuer bevorsteht. Sobald euch die Horden der Unterwelt auf normalem Schwierigkeitsgrad überrennen sollten, startet ihr ohne größeren Verluste erneut in der Lobby und dürft euch auf einen weiteren Anlauf vorbereiten. Taktische Meisterfüchse dürfen sich aber auch gerne an den schweren oder gar verrückten Spielmodus wagen, der euch bei Ableben alles kostet, was ihr bis dahin erspielt habt und somit einem Permadeath-Modus gleicht. Falls ihr in diesem Modus die insgesamt zwanzig Decks erfolgreich bewältigt, dürft ihr euch zurecht Meisterstratege nennen. Einen unterhaltsamen Koop- oder Mehrspielermodus sucht ihr leider vergeblich, sodass Dread Nautical lediglich alleine gezockt werden kann.

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