Fall of Light: Darkest Edition

Test zum düsteren Dungeon-Crawler

Besser schlecht kopiert, als noch schlechter selber gemacht

Fall of Light

 
So oder zumindest so ähnlich dürften die Gedanken bei den italienischen Entwicklern gewesen sein, als die Idee zu “Fall of Light” in die Tat umgesetzt wurde. Das Spiel wirkt von Anfang bis Ende wie ein billiger Abklatsch von “Dark Souls”, “Diablo” und “ICO”.

In der aus Diablo bekannten “Iso-Perspektive” steuert ihr Nyx durch das düstere Setting à la “Dark Souls”. In der von einer dunklen Macht beherrschten mittelalterlichen Welt herrscht Tristesse, wohin man schaut. Zwar bereist ihr verlassene Dungeons, trostlose Kerker oder seelenlose Friedhöfe, doch die lieblose Umsetzung weiß zu keiner Zeit zu überzeugen.

Zwar handelt es sich offiziell um eine offene Welt, das Spielgeschehen läuft aber strikt linear ab. So kämpft ihr euch zunächst stets durch eine Vielzahl von Monstern, ehe am Ende ein Endboss auf Nyx und seine Tochter wartet. Ebenfalls typisch „Dark Souls“: Ihr werdet dabei sehr oft das Zeitliche segnen. Das liegt aber weniger am Schwierigkeitsgrad, sondern an der katastrophalen Spielmechanik.

In Sachen Angriff stehen euch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. So könnt ihr eure Widersacher mit schnellen, aber weniger starken Hieben außer Gefecht setzen oder mit einer mächtigen, dafür langsameren Attacke malträtieren. Dabei solltet ihr jedoch ständig eure Ausdauer im Auge behalten, denn ohne ausreichend Power könnt ihr keine wirkungsvollen Treffer mehr verteilen.

Timing ist dabei im Kamp das A und O, nur blöd, dass ein gehöriger Input-Lag für pure Frustration sorgt. Sobald ihr mehr als einem Gegner gegenübersteht, entwickelt sich der Kampf zu einer Farce. Nyx reagiert derart träge auf die Eingaben am Controller, dass ein Überleben fast unmöglich zu sein scheint. Auch die Ausweichmechaniken wie zum Beispiel die Seitwärtsrolle oder das Blocken mit einem Schild werden durch die hakelige Steuerung fast unbrauchbar, zumal das anvisieren der Gegner nur unzureichend funktioniert.

Immer und immer wieder mussten wir Stellen von vorne beginnen, weil unser Krieger nicht oder nur stark verzögert auf unsere Befehle reagiert hat. So macht das Zusammenspiel von Block und Angriff absolut keinen Spaß. Eine Lernkurve ist dabei nicht vorhanden, denn das Trefferbild wirkt willkürlich. Liebe Entwickler: setzen sechs!

5 Kommentare Added

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  1. de Maja 68230 XP Romper Domper Stomper | 10.03.2019 - 23:25 Uhr

    Leider komm ich auf ISO-Perspektive bzw. so extrem distanzierter Kamerawinkel in Spielen nicht mehr klar. Früher sehr gern gespielt aber heute.

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  2. Dr Gnifzenroe 52325 XP Nachwuchsadmin 5+ | 11.03.2019 - 06:02 Uhr

    Hm, so sehr ich es begrüße, dass viele Indie Titel auf der Xbox veröffentlicht werden, so sehr ist auch festzustellen, dass mittlerweile leider viel schwaches Zeug dabei ist.

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