Fallout 76

Test zum postapokalyptischen Multiplayer Abenteuer

Sie sind alle tot, Jim!

Fallout 76

 

Das macht die Questreihen in Fallout 76 auf Dauer recht eintönig, zumal die Dimension eurer Aufgaben meist nicht über simple Fetch-Quests oder Sammelaufträge hinausgeht. Ihr fühlt euch wie ein Schnitzeljäger, der sich von einer Notiz oder Holonachricht zur nächste hangelt, ohne emotional mit den Charakteren involviert zu sein, geschweige denn ein Gefühl der Entscheidungsfreiheit zu verspüren. Seine guten Momente hat Fallout 76 hingegen beim sogenannten Enviromental Storytelling: die Umgebung erzählt die Geschichte. Egal ob ihr unter einer Garage einen geheimen Tunnel zum Nachbarhaus entdeckt und dort eine Leiche findet oder ein Skelett mit Blumen und Pralinen in der Hand erwischt: Appalachia bietet euch zahlreiche kleine Details der Bewohner während und vor der Katastrophe, aus denen ihr euch eure eigenen Stories erdenken könnt.

Allzu romantisch verträumt solltet ihr jedoch nicht durch die Landschaft wandern, denn in den Landen nach dem nuklearen Winter treiben sich fiese Kreaturen herum, von denen Maulwurfsratten, Goule und Supermutanten nur die Harmlosesten sind. Um ihrer Herr zu werden, steht euch erneut ein riesiges Arsenal an Waffen zur Verfügung: Vom Baseballschläger über die Axt bis hin zu Pistole, Gewehr, Pumpgun oder Laserkanone. Die müsst ihr im Ödland allerdings erst einmal finden beziehungsweise craften, um euch gegen die atomare Brut zur Wehr setzen zu können.

Noch dazu gilt für euch, stets den Zustand eurer Knarren im Auge zu halten, damit diese euch nicht nach dem ersten Schuss um die Ohren fliegen. Wie aus der Serie gewohnt, nehmt ihr eure Feinde in bester Ego-Shooter-Manier auseinander. Zwar ist das kultige VATS-Zielsystem auch in Fallout 76 mit an Board. Allerdings funktioniert die taktische Hilfe zum Anvisieren verschiedener Körperteile nur in Echtzeit. Gegen kleine und agile Feinde nützt euch das allemal, zumal die Hitboxen und das Trefferfeedback nicht das Wahre sind. Oft habt ihr das Gefühl, dass sichere Treffer ins Leere gehen – was gerade bei Munitionsknappheit extrem ärgerlich ist.

Fallout 76 setzt noch dazu mehr als seine Vorgänger auf den Survival-Aspekt. Neben eurer stetig zerfallenden Rüstung, defekten Waffen und knapper Munition kommen diesmal die Grundbedürfnisse Wasser und Nahrung dazu. Unbarmherzig ticken eine Hunger- sowie eine Durst-Leiste während des Spielerlebnisses gen null. Seid ihr hungrig oder durstig, kostet euch das Lebensenergie oder grenzt eure Aktionspunkte ein. Ihr müsst also stetig etwas essen sowie einigermaßen frisches Wasser dabei haben.

Verseuchtes geht natürlich auch, was jedoch wieder eure Radioaktivitätsanzeige füllt, die dann natürlich ebenfalls mit Medikamenten abgearbeitet werden möchte. Und so verliert sich der Titel mit der Zeit in eine Balance aus verschiedenen Überlebensfaktoren, die ihr managen müsst. Eure Lebensanzeige will ebenso aufgefrischt werden wie euer Durst, am besten bratet ihr euch an der Kochstelle schnell noch ein paar mutierte Kuh-Steaks, ehe ihr eure Waffen an der Werkbank auf Vordermann bringt, damit ihr gut bewaffnet zur nächsten Wasseraufbereitungsanlage flitzen könnt.

38 Kommentare Added

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  1. dek3247 45690 XP Hooligan Treter | 09.12.2018 - 16:31 Uhr

    Guter Testbericht. Ich weiß nicht was Bethesda da geritten hat. Bleibt zu hoffen das sie mit Updates und Patches das ganze noch aufwerten können.

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