Fallout 76

Test zum postapokalyptischen Multiplayer Abenteuer

Technische Nuklearkatastrophe

Fallout 76

 

Bislang ist also das Spiel mit euren Freunden die große Stärke des neuen Fallout. Worauf also warten und direkt zig Stunden durch die Lande ziehen? Gute Idee, wären da nicht die zahlreichen Bugs und technischen Schwächen, mit denen die Entwickler immer noch zu kämpfen haben – und noch lange zu kämpfen haben werden. Einiges ist Bethesda schon mit enormen Patches jenseits der 40 Gigabyte angegangen und dennoch ist so viel im argen. Manche Quests sind immer noch unspielbar beziehungsweise nicht abschließbar. Die Server kicken euch des öfteren mal und weil ihr bei jedem Wiedereintritt einer neuen Welt zugelost werdet, ist es ein Glücksspiel, ob vom Camp bis zu eurem Equipment beim nächsten Login alles noch so ist wie vorher.

Gegenstände oder Charaktere verschwinden teilweise einfach. Wir hatten sogar den Fall, dass ein wilder Mutantenhund in den Boden gespawnt wurde und uns quasi von unten, nicht sichtbar für uns, angriff. Zum Glück hatten die Kugeln unserer Gruppe die gleichen magischen Fähigkeiten und konnten den Köter via VATS durch die Erde hindurch erledigen. Danach katapultierte die Engine den leblosen Körper aus dem Boden hinaus 20 Meter in die Luft, wo er nach einem akrobatischen Flug meterweit vor uns aufschlug. Solche Erlebnisse habt ihr zuhauf. Sie sind war lustig, aber auch nur solange bis sie euch nicht das Leben kosten.

Apropos spawnen: Eure Feinde haben die Angewohnheit, in riesigen Wellen einfach aus dem Nichts aufzutauchen und euch mit schierer Masse zu übermannen. In einer Mission haben wir eine Basis gesäubert und uns danach in deren Mittelpunkt aufgehalten, um unsere Vorräte aufzufüllen und das Inventar zu säubern. Scheinbar kam uns da der Update-Zyklus des Spiels in die Quere, denn als wir von unserem PipBoy aufblickten, waren all die zuvor erlegten Bestien wieder auf ihrem Posten und marschierten schnurstracks auf uns zu.

Dabei sind die Kreaturen in Fallout 76 nicht einmal intelligent. Oft verhält sich die KI wirklich dämlich und ist nur auf pures Spotten und Angreifen aus. Ergreift ihr die Flucht, könnt ihr das berüchtigte Rubberbanding beobachten, welches bei euren Feinden einfach so lange die Geschwindigkeit erhöht, bis sie von Zauberhand wieder in eure Reichweite gleiten. Einige Feinde verfolgen euch auch nach Minuten noch durch Appalachia.

Auch grafisch ist Fallout 76 kein Meilenstein. Klar, im ersten Moment blendet der Titel durch seine enorme Größe und Weitsicht, durch die malerischen Wälder mit ihren herbstgoldenen Blättern und bunten Feldern. Kommt ihr Gebäuden und Gegenständen jedoch zu nahe, zeigen sie ihre wahre Fratze: kantige, detailarme Objekte und matschige Texturen sind hier an der Tagesordnung. Die Modelle von Charakteren waren in den letzten Fallout Teilen schon nicht das Gelbe vom Ei. Auch das hat sich in Fallout 76 natürlich nicht zum positiven geändert. Zumindest die Lichteffekte können ab und an überzeugen und zeichnen malerische Sonnenuntergänge an den Horizont. Soundtrack und Sprachausgabe überzeugen, wenigstens hier gibt es nichts zu meckern.

39 Kommentare Added

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  1. dek3247 45950 XP Hooligan Treter | 09.12.2018 - 16:31 Uhr

    Guter Testbericht. Ich weiß nicht was Bethesda da geritten hat. Bleibt zu hoffen das sie mit Updates und Patches das ganze noch aufwerten können.

  2. smurf77 8480 XP Beginner Level 4 | 14.12.2018 - 06:56 Uhr

    Habe das Spiel selbst nicht, Bethesda scheint auch gute Ansätze zu haben, aber technisch scheint noch einiges im Argen zu liegen!!! Kann ja noch werden….;-)

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