Generation Zero: Test zum Survival-Abenteuer im Schweden der 80er

Ein Inventar aus der Steinzeit

Generation Zero

 
Nach all den negativen Kritiken kommen wir nun zum mitunter positivsten Merkmal des Spiels: die Gestaltung der Welt. Avalanche Studios haben es geschafft, eine wirklich stimmige und vor allem glaubwürdige Umgebung zu gestalten. Die skandinavische Landschaft spielt hervorragend mit den Lichteffekten und durch das dynamische Wettersystem samt Tag- und Nachtwechsel sorgt es immer wieder für eine schaurig-düstere Atmosphäre. Wenn sich am frühen Morgen die ersten Sonnenstrahlen durch die Bäume brechen, ein Spiel aus roten Farbtönen die Welt umhüllt und ihr das noch feuchte Gras unter euren Füßen förmlich spüren könnt, dann kann Generation Zero so richtig punkten und überzeugen. Hier zeigt sich das Potenzial, das in der Apex-Engine schlummert.

Leider macht das aber noch lange kein gutes Spiel, denn betrachtet man alles im Details, wirkt alles wie eine unfertige Early-Access-Version. Sämtliche Häuser sehen sich ähnlich, denn sie haben allesamt den komplett identischen Grundriss. So sehen die Häuser nicht nur von außen exakt gleich aus, sondern gleichen sich auch in der Aufteilung der einzelnen Räume. Copy & Paste – ziemlich enttäuschend.

In den Wohnhäusern befindet sich im zweiten Stockwerk ein Badezimmer. Versucht mal, dort euer Spiegelbild zu betrachten. Schnell werdet ihr feststellen, dass es beim Versuch bleiben wird. Die milchigen Gläser wirken wie ein Relikt aus längst vergessenen Videospiel-Zeiten. Wer ein Problem mit dem Alleinsein hat, wird mit Generation Zero so seine Probleme bekommen. Ähnlich wie in Fallout 76 gibt es im Spiel keinerlei NPCs. Ihr habt also keine Möglichkeiten zur Interaktion. Wer Stimmen im Spiel hören möchte, muss sich mit gesammelten Audiokassetten zufriedengeben, die in schwedischer Sprache etwas Tiefgang vermitteln möchten.

In Sachen Handhabung und Steuerung liefert Generation Zero solide Kost. Das bereits erwähnte Gunplay geht gut von der Hand und euer Charakter reagiert direkt auf die Eingaben am Controller. Das größte Manko ist das absolut unterirdische Inventar. Dieses ist begrenzt und bietet nur wenig Platz, kann aber durch Taschen beziehungsweise Rucksäcken erweitert werden. In einen Sammelrausch sollte man aber trotz Erweiterung nicht verfallen. Gewisse Items wie zum Beispiel Munition sind stapelbar, alles andere verbraucht je nach Gegenstand auch einen eigenen Platz im Gepäck.

Seid ihr mit Mitspielern unterwegs, könnt ihr die Items teilen. Außerdem ist es ratsam, bestimmte Gegenstände wie Erste-Hilfe-Sets oder Items zur Ablenkung von Gegner auf das Steuerkreuz zu legen. Dieses dient als Schnellleiste, sodass ihr nicht immer extra das Inventar öffnen müsst, um euch beispielsweise zu heilen. Das ist auch gut so, denn das Verwalten, Anlegen oder Ablegen von Gegenständen ist ziemlich umständlich und langwierig. Wer im Kampf gegen die mechanischen Konstrukte erstmal anfängt sich mit Medi-Kits und Co. auszurüsten, hat meist schon verloren. Insgesamt wirkt die Handhabung der gesammelten Gegenstände ziemlich unbefriedigend.

12 Kommentare Added

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  1. JoWe81 38525 XP Bobby Car Rennfahrer | 03.04.2019 - 10:11 Uhr

    Super Test und sehr detailiert. Schade über das Ergebnis, aber wenn Avalance da nachpatcht werde ich da noch mal einen Blick drauf werfen. Momentan bin ich mit Looten eh bei Division2 beschäftigt, passt mir also ganz gut …

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  2. pR00d1gy 2815 XP Beginner Level 2 | 03.04.2019 - 19:54 Uhr

    Irgendwie ärgerlich, hatte mich sehr auf dieses Spiel gefreut, nur ist es nicht ganz das Spiel geworden was ich mir erhoffte. Nachdem ich den Test jetzt gelesen hab, bin ich dennoch überrascht wie hoch die Wertung ausfällt.

    Vielleicht kommt da noch was nach … mal abwarten.

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