State of Mind: Test zum Cyberpunk Adventure von Daedalic

Low-Poly-Dystopie

State of Mind

Das Produkt daraus: Adam Newman, der auch deshalb an seiner Existenz zu zweifeln beginnt. Mithilfe einer Aktivistengruppe, die sich dem Kampf gegen diesen Konzern verschrieben hat, gelingt es euch, Kontakt zu eurem Alter Ego aufzunehmen. Und auch hier merkt ihr im Verlaufe des Spiels weiter, wie gekonnt Daedalic rund um Autor Martin Ganteföhr die unterschiedlichen Spannungsfelder gegeneinander ausspielt. Zwar ist es Richards Ziel, sich wieder mit Adam, seinem zersplitterten Geist, zu vereinen. So spielt ihr beispielsweise in der Haut von Richards Frau Tracy Erinnerungssegmente nach, die Adam von der Story des Mind-Uploads überzeugen sollen. Doch je mehr Adam als Bewohner des paradiesischen City 5 über sein wahres Ich im heruntergekommenen Berlin erfährt, desto fremder wird er sich selber. Welche Geisteshälfte hat seine wahre Daseinsberechtigung? Ist Transhumanismus nun etwas gutes oder schlechtes? Und welche Rechte sollte eine Maschine im Vergleich zu einem Menschen bekommen? All dies sind die spannenden Zutaten, die Daedalic zu einem gelungenen Sci-Fi-Mahl vereint.

Schade ist zwar, dass euch diese Storystränge ohne größere spielerische Komplexität nahegebracht werden. Dafür legt der Titel jedoch durch gut geschriebene Dialoge sowie eine gewisse Entscheidungsfreiheit einen hohen Fokus auf die Geschichte. Oft stehen euch mehrere Dialog- und Handlungsoptionen zur Auswahl, die die Tätigkeiten eurer Charaktere sowie deren Beziehungen zueinander beeinflussen. Wichtig ist dies gerade bei den unterschiedlichen Fraktionen, die jeweils ihre eigenen Ziele verfolgen und denen ihr euch entweder anbiedern oder entgegenstellen könnt. Am Ende beeinflusst eure Wahl auch das Ende des Spiels und bietet euch mehrere unterschiedliche Abschlusssequenzen. Ob dies euch motiviert, State of Mind mehrere Male durchzuspielen, müsst ihr für euch entscheiden. Denn auch wenn euch die Dialoge Entscheidungsfreiheiten gewähren, ändert dies an den Storytwists, die euch mit der Zeit offenbart werden, natürlich wenig.

Auch grafisch geht Daedalic mit State of Mind neue Wege. Auf Basis der Unreal Engine 4 zaubern euch die Entwickler das futuristische Berlin sowie City 5 auf den heimischen Bildschirm. Interessant ist dabei die Entscheidung, sämtliche Charaktere sowie einen Großteil der Umgebung als Low-Poly-Modelle darzustellen. Das hat durchaus Charme und dient höchstwahrscheinlich auch zur Überspielung eines im Vergleich mit Triple A-Titeln geringeren Budgets. Der Stil zündet jedoch nicht immer. Gerade in actionlastigeren Sequenzen, in denen noch schnelle Laufanimationen oder dramatische Kameraschwenks dazu kommen, wirken Charaktere und Animationen recht hölzern. Dennoch gewöhnt ihr euch schnell an die durch den grafischen Kniff geschaffene Atmosphäre und lasst euch von der unterschwelligen Synthie-Musik in den Bann ziehen. Die deutsche Synchronisation ist dabei solide. Einige Sprecher machen ihre Aufgabe richtig gut, bei anderen wirken die Dialoge überdreht und falsch getimed.

Inhaltsverzeichnis

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4 Kommentare Added

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  1. Porakete 154490 XP God-at-Arms Silber | 13.08.2018 - 18:44 Uhr

    Schöner Test und gut geschrieben.
    Klingt auf jeden Fall nach nem Spiel für mich und es spielt auch noch in meiner Heimat?
    Muss aber erstmal noch ne Menge wegzocken bis ich mich diesem Spiel widmen kann, darum werde ich mit dem Kauf noch ein Weilchen warten.

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  2. SoeSoe 1020 XP Beginner Level 1 | 30.09.2018 - 21:33 Uhr

    So wie ich das sehe sind hier wirklich viele gut geschrieben Reviews zu finden ??

    Zum Spiel hab ich mir so einiges angeschaut und muss sagen ich persönlich Finde es Klasse ! Mal sehen wann ich es mir zulege aber spielen will ich es auf jeden Fall ??

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