Tesoro Durandal Gaming Keyboard: Des Paladins Waffe im Test

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Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei und deswegen haben wir nach der Shrike H2L Laser Gaming Mouse und dem Aiges Mousepad von Tesoro nun auch noch die Durandal Ultimate G1NL Mechanical Gaming Tastatur des Zubehör Herstellers einer eingehenden Prüfung unterzogen. Worin die Stärken und Schwächen einer mechanischen Tastatur liegen, welches die richtigen Cherry Switches für euch sind und wieso eine LED Beleuchtung einfach ungemein cool ist, erfahrt ihr jetzt in unserem Hardwaretest!

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Ein Stein? Ein Klotz? Nein eine Durandal!

Wie bei den anderen von uns getesteten Tesoro Produkten haben sich die Kalifornier auch beim Namen der G1NL wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen. So bezieht sich die Bezeichnung des Eingabegeräts auf das Schwert des Paladins Roland, dass mit einem goldenen Griff, einem Zahn des heiligen Petrus, dem Blut des heiligen Basilius, Haaren des Dionysus und einem Stück der Kleidung der Jungfrau Maria ein ultimatives Facelift alá Pimp my Ride erhalten hat.

Gott sei Dank können wir Entwarnung geben: Bis auf die vergoldeten Anschlüsse hat die Durandal Tastatur mit dem beschriebenen Schwert nichts zu tun und verzichtet lobenswerterweise auf Zähne, Haare und Blut. Was das Gewicht anbelangt, kann sie jedoch fast mit einem echten Säbel mithalten. Stattliche 1,4 kg bringt die Durandal Ultimate auf die Waage und ist damit ein echtes Schwergewicht unter den Tastaturen. Ein Zeichen dafür, dass nur gute Qualität verbaut und auf billige Plastikteile verzichtet wurde? 

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Hart wie ein Mijolnir Kettenhemd

Das kann man durchaus so sehen, denn rein äußerlich wirkt das Eingabegerät sehr wertig und unglaublich stabil. Die Durandal macht den Eindruck, als könnte sie selbst den Wutattacken, wie wir sie aus Youtube Videos von pubertierenden Spielern mit aufbrausendem Temperament kennen, standhalten. Nichtsdestotrotz würden wir euch für einen Preis von 129 Euro nicht empfehlen das auszuprobieren. Dennoch stecken alle Tasten fest in ihren Switches, es gibt kein störendes hin und her Gewackel, auch die zwei vergoldeten USB Steckplätze sowie die Mikrofon und Audio Anschlüsse sind gut verbaut. Besonders zu erwähnen ist zudem das  1,55m lange, geflochtene Anschlusskabel, das sich kaum verheddern lässt und einen sehr hochwertigen Eindruck macht.

Schick sieht auch die trapezförmige Verpackung im Tesoro Look aus, wenngleich der Lieferumfang etwas zu wünschen übrig lässt. Neben einem knappen Quick Start Guide und einer Software-CD hätten wir uns beispielsweise noch ein paar Ersatztasten und ein Werkzeug zum Wechseln derselben gewünscht.

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Wozu Alu, wenn es auch anders geht?

Wie bei der Shrike Gaming Maus hat Tesoro auch bei der Durandal Ultimate wieder auf den imitierten Alu Look gesetzt. Das klappt ausgezeichnet und wertet die Tastatur optisch nochmals um einige Level auf. Wer näher hinschaut, erkennt zwar das es sich eigentlich um Kunststoff handelt. Dank der schwarzen Farbe und dem qualitativ hochwertigen Material müsst ihr aber wirklich ganz genau hinschauen, um den Unterschied erkennen zu können.

Sehr gelungen wirkt auch die in vier Stufen verstellbare, rote LED Beleuchtung der Tasten, die dann doch etwas an das Blut des Basilius erinnert und alle Freunde vor Neid erstarren lässt. Der einzige Punkt, der vielleicht etwas stören könnte, ist die enorme Größe und vor allem Stärke der Tastatur. So ist die Durandal fast bis zu 5cm dick, was manch einem dann vielleicht doch etwas zu monströs und protzig ist. Besonders in Kombination mit der abnehmbaren Handballenauflage braucht ihr folglich etwas Platz auf dem Schreibtisch.

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Rot, Schwarz, Braun oder Blau – ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht!

Ähnlich wie in der bekannten Kinderquizshow 1, 2 und 3 werden potenzielle Käufer bei Tesoro gleich zu Beginn vor eine schwere Wahl gestellt: Welche Cherry MX Switches sollen es sein? Gemeint sind keine Kirschen, sondern die in der Tastatur verbauten Tastenschalter, die in erheblichem Maße darüber entscheiden, wie sich das Eingabegerät später verhält. So sorgen die eher selten gewählten, in unserer Testtastatur verbauten linearen Red Switches dafür, dass die Tasten einen sehr leichten Druckpunkt haben und eine niedrige Betätigungskraft von gerade einmal 45g benötigen, wohingegen beispielsweise die taktilen Blue Switches einen präzise spürbaren Umschaltpunkt besitzen und außerdem jede Eingabe mit einem deutlich hörbaren Klick quittieren. Es macht also Sinn sich hier im Voraus zu informieren, wo eure Übereinstimmungen am größten sind. Einen guten Kompromiss geht ihr aber in der Regel mit den standardmäßigen Brown Switches ein, die sich sowohl für klassische Schreibtätigkeiten, als auch zum Spielen gut eignen.

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Wenn das Mal kein Retro Feeling ist

Beamten wird ja nachgesagt sie würden häufig nur so tun, als ob sie arbeiten würden. Mit der Durandal wird nie wieder jemand daran zweifeln, dass ihr Schwerstarbeit am PC verrichtet. Trotz der Tatsache, dass wir mir den Red Switches verhältnismäßig leise Tastenschalter erwischt haben, könnte ein Büro voll Schreibmaschinen kaum mehr Lärm erzeugen wie wir, wenn wir auf das Eingabegerät einhacken. Zugegeben der Vergleich hinkt etwas, trotzdem können wir uns kaum vorstellen wie beispielsweise die noch einmal deutlich lautere Blue Switches mit ihren zusätzlichen Klickgeräuschen klingen würden.

Vor allem für diejenigen unter euch, die Membran Tasten, wie sie in Laptop Tastaturen verbaut werden, gewöhnt sind, ist ein Kopfhörer da fast Pflicht. Dafür hat eine mechanische Tastatur natürlich auch erhebliche Vorteile: So überholt die Durandal Ultimate mit 50 Millionen Tastenbetätigungen jede herkömmliche Tastatur was die Lebensdauer anbelangt um Welten. Gerade für Gamer kein zu unterschätzendes Detail werden hier manche Tasten zum Teil doch sehr häufig beansprucht. Auf uns macht die Tesoro Tastatur auf jeden Fall den Eindruck als könnte sie diesen Wert halten, dafür sind mechanische Switches und damit eben auch derartige Tastaturen in der Produktion um einiges teurer.

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Deutsche Sprache schwere Sprache

Tesoro ist ja eigentlich eine amerikanische Firma – und das macht sich leider negativ bemerkbar, zumindest was die Software anbelangt. So ist das auf einer mitgelieferten CD befindliche Programm, mit dem ihr die Sondertasten der Durandal belegen oder Makros aufzeichnen könnt, auf die englische Tastatur mit ihrem QWERTY Format abgestimmt. In der Folge sind viele Tasten anders angeordnet oder fehlen sogar komplett, obwohl sie zwar auf der realen Tastatur vorhanden sind, in der Software aber nicht auftauchen. Mit anderen Worten: Ein heilloses Durcheinander. Dazu gesellen sich noch ein paar Übersetzungsfehler die mit Sätzen wie „Sind Sie sicher, dass sie, um dieses Profil zu speichern?“, glänzen.

Wirklich entschädigen konnten uns dafür auch die bis zu zehn frei programmierbaren Tasten je Profil nicht. Zwar funktioniert das alles problemlos, auch eigene Makros können aufgenommen werden. Aber was bringt das, wenn ich über zehn Prozent der Tasten gar nicht belegen kann, weil sie in der Software fehlen? Hier bleibt nur zu hoffen das Tesoro schnellstmöglich nachpatcht.

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Der Praxistest

Wie schlägt sich die Durandal also im Praxistest? Wir finden: sehr ordentlich. Über die Benutzung der Tasten wollen wir dabei nicht mehr viele Worte verlieren, da dies wie beschrieben von den Cherry MX Switches abhängt. Festzuhalten bleibt, dass die Tasten mit ihrer leichten U-Form und der gummiartigen Beschichtung an der Oberfläche angenehm zu drücken sind und ungewolltes Abrutschen verhindern. Positiver Nebeneffekt dieser Beschichtung:  Fingerabdrücke sind kaum zu sehen. Dank der auf der linken Seite und unterhalb der Cursortasten geriffelten Handballenauflage habt ihr neben einer bequemen Auflagefläche zudem eine rutschfeste Ablagemöglichkeit für eure Hände.

Im Vergleich zu anderen Keybords ist bei der G1NL die Beschriftung der Tastenkappen etwas durcheinandergeraten. So sind zum Beispiel Komma und Strichpunkt beide im oberen Bereich des Buttons angeordnet und befinden sich nebeneinander auf einer Ebene. Was anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, hat den Vorteil, dass Tasten mit einer Doppelbelegung gleich hell durch die LEDs unterhalb der Schalter ausgeleuchtet werden. Lediglich bei Tasten mit einer Dreifachbelegung werden die dritten Symbole nicht voll ausgeleuchtet. Wer die Durandal auf voller Helligkeit benutzt, wird das aber eher positiv beurteilen, werden so doch die wichtigsten Elemente stärker hervorgehoben.

Wie bei Gaming Keybords dieser Preisklasse üblich, verfügt die Durandal Ultimate außerdem über einen Spiele-Modus, der ein versehentliches Aktivieren der Windows Taste verhindert und vorbelegte Multimedia Tasten, die über den Umschaltknopf FN aktiviert werden. Soweit nichts Erwähnenswertes, ein besonderes Highlight der Durandal ist dafür der sogenannte Full N-Key Rollover, der es euch erlaubt beliebig viele Tasten gleichzeitig zu betätigen ohne das die Tastatur dabei Eingaben vergisst – Ein großer Vorteil, wenn ihr viele Anschläge pro Minute habt oder häufig mehrere Tasten gleichzeitig betätigt. Abstriche müsst ihr dafür bei den zwei mit 100mAh recht schwachen USB-Ports an der rechten Oberkante der Tastatur machen. Geräte mit größerem Energiebedarf können hier nicht angestöpselt werden, was der Tatsache geschuldet ist, dass die Durandal via USB-Kabel an den PC angeschlossen wird.

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Fazit

Was bleibt zu sagen? Die Durandal Ultimate rangiert preislich im oberen Drittel, bietet dafür aber auch eine Menge: Zum einen sieht die Tastatur im Alu Look mit ihren blutroten LEDs nicht nur klasse aus, sondern ist auch gut verarbeitet und qualitativ hochwertig. Dank der frei wählbaren Cherry Switches könnt ihr sie beim Einkauf zudem nach eurem Schreib- bzw. Spielegewohnheiten vorkonfigurieren und habt dank einer hohen Lebensdauer lange Zeit Ruhe vor ausgelutschten Tasten. Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt, bis auf den USB-Stecker, der ist wirklich vergoldet. Dafür kann die mitgelieferte Software wahrlich keinen Blumentopf gewinnen und auch die Lautstärke der Tastatur ist etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt ist die Durandal Ulitmate ihr Geld aber wirklich wert und rangiert damit auf einer Ebene mit den Razers und Logitechs dieser Welt. Wäre da nicht die mies adaptierte Software, die viele Funktionen unterschlägt, wäre Tesoro den Platzhirschen sogar einen Tick voraus.

  

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