The Adventures of Elliot: The Millennium Tales: Test zur epischen Zeitreise-Odyssee


Ein gewagter Schritt in neue Gefilde

Es ist schon ein spannender Schritt, den hier die Entwickler von Square Enix mit The Adventures of Elliot: The Millennium Tales einschlagen.

Das Studio, das in den vergangenen Jahren vor allem für seine klassischen Rollenspiele wie beispielsweise Octopath Traveler bekannt war, verbindet erstmals seine beliebte HD-2D-Optik mit einem rasanten Action-Adventure, das deutlich stärker auf direkte Kämpfe und freie Erkundung setzt.

Dabei treffen klassische Fantasy-Elemente auf moderne Spielmechanik und entwickeln eine ganz eigene Identität. Wir hatten die große Freude, den Titel bereits vor Release durchzuspielen und für euch auf Herz und Nieren zu prüfen.


Eine Welt zwischen den Zeiten

Auf der Xbox Series X präsentiert sich The Adventures of Elliot: The Millennium Tales als unfassbar atmosphärische Reise durch eine märchenhaft-abenteuerliche Welt, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eng miteinander verwoben sind und ein längst vergessenes Geheimnis wahren.

Die Handlung beginnt im stolzen Königreich Huther, der letzten großen Bastion der Menschheit im Kampf gegen die hinterhältigen Biestlinge. Während nämlich weite Teile des Kontinents von gefährlichen Kreaturen beherrscht werden, schützt eine magische Barriere von Prinzessin Heuria die Bewohner vor den bedrohlichen Gefahren der Außenwelt.

Als der junge Abenteurer Elliot gemeinsam mit seiner Feenbegleiterin Faie auf eine uralte Ruine stößt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Entdeckung führt die beiden auf eine packende Reise durch mehrere Zeitalter, in denen sie nicht nur die sagenhafte Geschichte ihrer gegenwärtigen Welt aufdecken, sondern auch deren Zukunft nachhaltig beeinflussen.

Dabei setzt die tiefgründige Geschichte von The Adventures of Elliot: The Millennium Tales hauptsächlich auf klassische Fantasy-Motive, überrascht jedoch immer wieder mit unvorhersehbaren Wendungen rund um Zeitreisen, vergessene Zivilisationen und die Verbindung verschiedener Epochen und Personen.

Besonders interessant ist dabei die Beziehung zwischen Elliot und seiner kleinen Feen-Begleiterin Faie. Die beiden entwickeln im Verlauf des Abenteuers eine glaubwürdige Dynamik, die dem Geschehen eine zunehmend emotionale Tiefe verleiht.


Eine starke Begleiterin für alle Fälle

Der wohl markanteste Unterschied zu vielen anderen Rollenspielen aus dem Hause Square Enix liegt vor allem im angepassten Kampfsystem. Statt rundenbasierter Gefechte setzt The Adventures of Elliot: The Millennium Tales vollständig auf rasante Echtzeitkämpfe.

Euer Held kann dabei eine Vielzahl an unterschiedlichen Waffen einsetzen, darunter ein geschmeidiges Schwert oder einen gespannten Bogen sowie weitere nützliche Ausrüstungsgegenstände, die unterschiedliche Spielstile ermöglichen.

Jede einzelne Waffe besitzt nämlich ihre eigenen Vor- und Nachteile. So könnt ihr mit eurem Schwert schnelle und direkte Angriffe ausführen, während sich der Bogen dementsprechend für Distanzkämpfe und taktische Situationen eignet.

Dabei fühlen sich die zahlreichen Kämpfe angenehm dynamisch an und gehen wunderbar unkompliziert und eingängig von der Hand, sodass der Spielspaß in die Höhe katapultiert wird. Getroffene Gegner reagieren außerdem sichtbar auf kassierte Treffer und sind beispielsweise bei heftigen Schlägen kurzzeitig benommen, was euch ausreichend Zeit gibt, ihnen den Rest zu geben.

Gut getimte Ausweichmanöver beziehungsweise Schildabwehren stellen ein äußerst wichtiges Spielelement dar und sind vor allem in den fordernden Bosskämpfen vonnöten, um als strahlender Sieger hervorzugehen. Oftmals ist es die richtige Kombination aus gezieltem Angriff, perfekt ausgeführter Verteidigung und ständiger Bewegung, die euch letzten Endes zum Erfolg verhelfen.

Zudem steht euch mit Faie eine äußerst tapfere Fee zur Seite, die eben nicht nur als narrativer Sidekick dient, sondern über eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügt, die euch im Verlauf eures Abenteuers durchaus hilfreich sein werden. So kann sie unter anderem Gegner attackieren, euch bei Rätseln unterstützen oder Elliot in kritischen Situationen aktiv helfen, um mit der Geschichte voranzukommen.

Wer einen zweiten Controller respektive einen weiteren Spieler zur Verfügung hat, darf das Abenteuer auch im kooperativen Modus erleben. Der zweite Spieler übernimmt dabei die unterstützende Rolle von Faie, was erstaunlich gut funktioniert und jede Menge Spaß bereitet.


Ausgiebige Erkundung und knackige Rätsel

Abseits der unterhaltsamen Kämpfe stellt die freie Erkundung der abwechslungsreichen Spielwelt den zentralen Bestandteil des Abenteuers dar. Die große Welt mitsamt mannigfaltiger Dungeons und Höhlen lädt förmlich dazu ein, versteckte Pfade zu entdecken, verborgene Geheimnisse aufzuspüren und neue Regionen freizuschalten.

Dabei erwarten euch unter anderem dichte Wälder, uralte Tempel und gefährliche Höhlensysteme, in denen euch zudem etliche Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen begegnen werden. So müsst ihr beispielsweise über bewegliche Plattformen springen, verflixte Schalter-Puzzles lösen oder knifflige Spiegelrätsel knacken, um eurem Ziel einen Schritt näher zu kommen.

Gerade die späteren Dungeons verlangen ein genaues Beobachten eurerseits sowie einen geschickten Einsatz eurer Fähigkeiten und Gegenstände, wodurch ein positiver Spielfluss entsteht, bei dem sich adrenalintreibender Kampf, motivierende Erkundung und logisches Rätsellösen sinnvoll ergänzen.

Viele Gebiete sind jedoch noch nicht sofort vollständig zugänglich und können erst durch neu erlernte Skills oder spezielle Gegenstände betreten werden. Dadurch entsteht ein motivierender Drang zur Entdeckung, der stark an klassische Abenteuer-Spiele wie den kleinen grünen Helden aus dem Hause Nintendo erinnert.

Hierbei spielt auch die Verknüpfung der verschiedenen Zeitalter eine elementare Rolle, denn kleinste Veränderungen in einer Epoche können spürbar große Auswirkungen auf andere Zeitabschnitte haben, woraus sich interessante Situationen ergeben, bei denen ihr die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

Trotz all des verdienten Lobs muss man an dieser Stelle leider auch erwähnen, dass viele Nebenquests nicht mit der Qualität der Hauptstory mithalten können und oftmals auf „nervige“ Fetch-Quests hinauslaufen, bei denen viel Backtracking sowie Level-Recycling betrieben wird.

Wenn ihr zum x-ten Mal die gleiche Höhle durchstreift und immer wieder die gleichen Monster abfertigen müsst, drückt das ein wenig auf die Stimmung und sorgt für ausgesprochen langatmige Minuten, auch wenn ihr grundsätzlich die bequeme Möglichkeit des Teleportierens zu bestimmten Wegpunkten besitzt.


Märchenhafte Optik, sagenhafter Sound

Grafisch gehört The Adventures of Elliot: The Millennium Tales zweifelsohne zu den stärkeren Vertretern der knuffigen HD-2D-Technologie. Die harmonische Kombination aus detailreichen Pixelcharakteren und modernen Lichteffekten sorgt für einen einzigartigen Look und erzeugt durch individuelle Farbpaletten der jeweiligen Regionen eine fantastische Atmosphäre.

Wenn dann noch vereinzelt glitzernde Sonnenstrahlen durch dichte Baumkronen brechen, gespenstische Nebelschwaden durch alte Ruinen ziehen und magische Effekte eure intensiven Kämpfe eindrucksvoll in Szene setzen, dann sollte jedem Pixel-Aficionado das nostalgische Herz aufgehen.

Technisch gibt The Adventures of Elliot: The Millennium Tales auf der Xbox Series X eine mehr als ordentliche Figur ab und läuft ausgesprochen sauber. Des Weiteren bleibt die Bildrate durchgängig stabil und die Ladezeiten fallen angenehm kurz aus, sodass euch diesbezüglich ein einwandfreies Abenteuer ins Haus steht.

Die überaus liebevollen Details sowie die automatische Kameraführung unterstützen die niedliche Präsentation zusätzlich, sodass immer wieder nahezu malerische Momente entstehen, die euch problemlos aufzeigen, was alles mit einer vermeintlich schlichten HD-2D-Technologie inzwischen möglich ist.

Auch akustisch überzeugt das Abenteuer in vollem Maße. Der orchestrale Soundtrack unterstreicht die Stimmung der jeweiligen Regionen und sorgt in wichtigen Story-Momenten für zusätzliche Wirkung. Ruhige Melodien begleiten die Erkundung der Welt, während dynamische Kompositionen Boss-Kämpfe und actionreiche Passagen antreiben.

Die musikalische Begleitung schafft es, klassische Rollenspiel-Atmosphäre mit modernen Arrangements perfekt zu verbinden. Hinzu kommen gelungene Soundeffekte und eine hervorragende englische Sprachausgabe, die leider nicht durchgängig genutzt wird.


Fazit

Mit The Adventures of Elliot: The Millennium Tales beweist Square Enix eindrucksvoll, dass die hauseigene HD-2D-Optik nicht ausschließlich klassischen Rollenspielen vorbehalten sein muss. Die gelungene Kombination aus dynamischen Echtzeitkämpfen, motivierender Erkundung und einer atmosphärischen Zeitreise-Geschichte sorgt für ein Abenteuer, das von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln weiß.

Besonders die liebevoll gestaltete Spielwelt, die clever miteinander verknüpften Zeitebenen und die sympathische Beziehung zwischen Elliot und seiner niedlichen Feen-Begleiterin Faie verleihen dem spannenden Abenteuer einen ganz eigenen Charme.

Hinzu kommen abwechslungsreiche Dungeons, gelungene Rätsel sowie ein Kampfsystem, das leicht zugänglich ist, dabei aber genügend spielerische Tiefe bietet, um auch in späteren Spielabschnitten zu motivieren.

Nicht ganz auf dem Niveau der hervorragenden Hauptgeschichte bewegen sich hingegen die zahlreichen Nebenquests. Wiederholte Wege, häufiges Backtracking und wenig abwechslungsreiche Aufgaben sorgen stellenweise für kleinere Längen, die den ansonsten sehr positiven Gesamteindruck etwas trüben. Auch die nicht durchgängig vorhandene Sprachausgabe verhindert leider den Sprung in höchste Wertungsregionen.

Davon abgesehen erwartet euch jedoch ein technisch sauberes, audiovisuell beeindruckendes und spielerisch abwechslungsreiches Action-Adventure, das die Stärken klassischer Fantasy-Abenteuer gekonnt mit modernen Gameplay-Ideen verbindet.

Fans stimmungsvoller Entdeckungsreisen, packender Kämpfe und wunderschöner Pixelgrafik sollten sich The Adventures of Elliot: The Millennium Tales daher keinesfalls entgehen lassen. Square Enix liefert hier einen gelungenen Ausflug in neue Gefilde ab, der Lust auf weitere Abenteuer dieser Art macht.

The Adventures of Elliot: The Millennium Tales im Microsoft Store kaufen:

  • Singleplayer: 8.5
  • Multiplayer: 8.5
  • Graphic: 8.0
  • XboxLive:
  • Sound: 8.0
  • Control: 8.0
  • Overall: 8.5
  • Game Time: 15 bis 20 Stunden
  • Speech: Englisch
  • TV TEXT: Deutsch
  • Censor:
  • Qualified:
  • Letzte Worte:

    Wunderschöne HD-2D-Kulissen, packende Kämpfe und eine märchenhafte Spielwelt voller Geheimnisse verschmelzen in The Adventures of Elliot: The Millennium Tales zu einem außergewöhnlichen Abenteuer. Eine epische Zeitreise, die Genre-Fans noch lange in Erinnerung bleiben wird.

The Good

  • Zauberhafte HD-2D-Optik
  • Spannende Zeitreise-Story
  • Sympatische Hauptfiguren
  • Actionreiche Echtzeit-Kämpfe
  • Unterschiedliche Waffen und Gegenstände
  • Feen-Begleiterin mit eigenen Fähigkeiten
  • Motivierende Erkundung der detaillieren Spielwelt
  • Abwechslungsreiche Dungeons mit gelungenen Rätseln
  • Stimmiger orchestraler Soundtrack
  • Kooperativer Modus

The Bad

  • Eintönige Nebenquests wirken wenig kreativ
  • Häufiges Backtracking in einigen Spielabschnitten
  • Auffälliges Recycling von Gebieten und Monstern
  • Nicht durchgängig vertonte Dialoge
8.5
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16 Kommentare Added

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  1. xXCickXx 142175 XP Master-at-Arms Bronze | 17.06.2026 - 18:16 Uhr

    Hab ein Video angesehen, jetzt will ich ein Terranigma Remake in der Optik

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    • lunatic1988 4220 XP Beginner Level 2 | 18.06.2026 - 11:22 Uhr
      Antwort auf xXCickXx

      Darauf warte ich seit Octopath Traveller sehnsüchtigst. Leider ist die Rechtesituation so verworren, dass da wohl nie was draus wird. Der eigentliche Rechteinhaber ist ja seit Jahren untergetaucht (Mafiöse Strukturen etc.) weshalb man niemanden findet, der da irgendwas machen kann…. ein Trauerspiel.

      0
  2. Knappe 04 144540 XP Master-at-Arms Silber | 18.06.2026 - 07:54 Uhr

    Ich werde es mir später zulegen. Die Demo gefiel mir gut. Danke fürs testen.

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