Ruiner: Test zur ferngesteuerten Befreiungsaktion

Kompromisslose Auseinandersetzungen

Rot ist nicht nur die Farbe der Liebe und fördert auf der anderen Seite der psychologischen Perspektive die Aggressionen, sondern gibt auch Kraft. Vor allem Letzteres wird bei Ruiner vonnöten sein, denn die zahlreichen Gegner und fordernden Bosskämpfe werden eure Reflexe und die Beherrschung des Controllers immer wieder auf die Probe stellen. Und euch bedauerlicherweise auch den einen oder anderen Bildschirmtod schenken. Die Steuerung ist recht komplex gestaltet und erfordert Übung, damit ihr euren Hals lebend aus den kompromisslosen Auseinandersetzungen ziehen könnt.

So ziemlich jeder verfügbare Knopf findet im Kampfgeschehen seinen Einsatz und nur die korrekte Mixtur wird mit Erfolg gekrönt. Mit dem linken Stick gebt ihr die Richtung eures namenlosen Helden vor, der rechte Stick lässt euch um die eigene Achse drehen und die Schussrichtung bestimmen. Eure Nahkampfwaffe zückt ihr mit dem rechten Bumper und mit seinem linken Verwandten könnt ihr euch durch die Gegend katapultieren. Mit dem linken Trigger aktiviert ihr euer Schild und mit dem rechten Trigger wird letztendlich geballert.

Wenn ihr euch dazu noch ausmalt, dass ihr meist von allen Seiten attackiert werdet und euch zum Überleben in stetiger Bewegung halten müsst, dann wisst ihr im ungefähren, was euch erwartet. Ihr huscht hin und her, tötet dort einen Feind mit eurem Schwert, entgegnet dem feindlichen Kugelhagel mit eurem Schild und setzt im nächsten Moment zum Gegenangriff an. Zwischendurch sammelt ihr noch etwas Lebensenergie ein und hebt eine neue Waffe vom Boden auf. Beispielsweise einen Flammenwerfer oder eine gewaltige Schrottflinte. Die Waffenauswahl fällt üppig aus und hat für jeden das passende Mordinstrument im Angebot.

Einzig die Übersicht geht in den dunklen Räumlichkeiten hin und wieder etwas verloren und sorgt im Getümmel schon mal für Frust. Generell wirken das dynamische Spielkonzept sowie die genaue Steuerung aber eher motivierend und keinesfalls frustrierend.

Einmal angefangen werdet ihr euch angetrieben von einem stimmigen Soundtrack bis zum Ende des Spiels vorkämpfen. Das seinen veranschlagten 19,99 Euro mit einer Spielzeit von knapp sechs Stunden gerade so gerecht wird. Neben eurem Hauptziel könnt ihr euch in der zentralen Hauptstadt noch Nebenbeschäftigungen widmen. Die oftmals leider mit dem monotonen Eingeben von Tastenkombinationen einhergehen. Als Belohnung könnt ihr euer „Karmalevel“ weiter aufpäppeln und letztendlich wertvolle Fähigkeitenpunkte auf euer Konto buchen.

Damit verbessert ihr im Laufe des Spiels euren Charakter und schaltet neue Techniken frei. Insgesamt wird Ruiner seinem Preis somit also doch noch gerecht und sollte bei Fans des Genres einen wohlverdienten Platz in der Spielesammlung finden. Selbst die Geschichte wird euch schnell in ihren Bann ziehen, obwohl damit gleich der größte Kritikpunkt von Ruiner ans Tageslicht gefördert wird.

Es fehlt schlicht und einfach eine Sprachausgabe oder eine generell stimmige Inszenierung der Geschichte. Die teils haarsträubenden deutschen Untertitel werden dem spaßigen Spielprinzip keinesfalls gerecht.

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