Zombie Army 4: Dead War: Test zum trashigen Zombie Shooter

Zombie Army 4: Dead War

 
Die Untoten sind zurück! Knapp fünf Jahre nach dem Erscheinen der Zombie Army Trilogy schickt euch Rebellion erneut in den Kampf gegen Hitler und seine Nazi-Zombies. Ja, richtig gehört! Wenn ihr bislang noch nichts von der Reihe gewusste habt, seid ihr nun vorgewarnt. Es wird trashig in Sachen Story – und was ist mit dem Gameplay? Unser Test zu Zombie Army 4: Dead War verrät es euch.

Eigentlich sollte die Welt doch gerettet sein! Nachdem ihr in Zombie Army Trilogy Hitler in eine Höllendimension verbannt habt, schien die Schlacht gegen die Horden der Untoten geschlagen. Pustekuchen! Ihr haltet euch gerade in Mailand auf, als plötzlich ein Heer von Nazi-Zombies die Stadt überrennt. Nach und nach erfahrt ihr von Basen in Europa, die sich nicht mehr zurückmelden. Die Untoten sind zurück – aber mit ihnen auch ihr dunkler Führer?

Ihr seht, die Geschichte in Zombie Army 4 steht in Sachen Trash ihren Vorgängern in nichts nach. Auf eine vielschichtige Story oder ausgereifte Erzählungen braucht ihr euch nicht gefasst zu machen. Stattdessen gibt es Grindhouse Kino par excellence, mit allem was dazugehört. Böse Nazis, Zombie-Horden en masse, 70er Jahre Artdesign und jede Menge Splatter.

Aber warum sagen wir eigentlich die ganze Zeit Nazi-Zombies? Weil das endlich kein Tabu mehr ist. Zombie Army 4 profitiert vom kürzlichen Urteil, dass nun auch Spiele als Kunstform verbotene Symbolik verwenden dürfen, so denn sie das prüfen lassen und freigegeben werden. Und so erhalten Hakenkreuze, Hitlerbärtchen & Co. ganz selbstverständlich Einzug ins Spiel. Warum auch nicht, mag man rufen, denn so abstrus wie die Handlung ist, wird sich wohl keiner an die realen Geschehnisse in Nazi-Deutschland erinnert fühlen.

Zombie Army 4: Dead War

 
Zombie Army 4: Dead War präsentiert sich als spaßiger und unkomplizierter Shooter, den ihr in seiner Kampagne wahlweise alleine oder zu viert im Koop zocken dürft. Hier lernt ihr die Hintergründe des Zombie-Krieges kennen, bereist Mailand und Venedig, stürmt einen Zombie-Zoo oder dunkle Forschungslabore. Euer Ziel dabei: Natürlich Nazi-Untote über den Haufen ballern! Hierfür stehen euch eine Primär- und eine Sekundärwaffe zur Verfügung. Außerdem dürft ihr noch einen Revolver sowie Explosivgegenstände wie Minen und Granaten mit euch herumschleppen.

Weil das Spiel von Rebellion, den Machern der Sniper Elite Reihe stammt, gehören Scharfschützengewehr und Kill Cam natürlich ebenso mit an Bord. Allerdings liegt der Fokus im vierten Teil aufgrund engerer Level und Horden von Untoten deutlich mehr auf Schnellfeuerwaffen. Leider lassen die es manchmal an Wucht vermissen, sodass dem Titel das tolle Trefferfeedback der Vorgänger fehlt. Für mehr Durchschlagskraft könnt ihr eure Wummen mit der Zeit an Werkbänken aufrüsten und mit Powerups versehen. Das bringt zum Beispiel größere Magazinkapazitäten oder Explosivgeschosse.

Außerdem findet ihr im Spielverlauf Gimmicks wie Schockaufsätze, mit denen ihr den Zombies zusätzlich einheizt. Diese sowie Munition, Erste-Hilfe-Pakete und Granaten verstecken sich in Kisten, die ihr jedoch erst mühevoll öffnen müsst. Dann sehr ihr erst deren Inhalt und haltet noch einmal die A-Taste gedrückt, um diesen aufzunehmen. Das nervt, gerade wenn viele Gegner um euch herumwuseln.

Und das sind einige! Zombie Army 4 wirft euch Feinde um Feinde entgegen, die euch mal schnell, mal langsam an die Halsschlagader wollen. Dabei sind neben den Standard-Schlurfern auch neue Gegnertypen im Gepäck. Mit Dynamit bepackte Suicider werfen sich euch ebenso entgegen wie schwer gepanzerte Riesenzombies und mit Flammenwerfern ausgestattet Nazis. Das verlangt je nach Gegnertypus ein unterschiedliches Vorgehen und ein Auge für die Umgebung. Neben den obligatorischen roten Fässern könnt ihr zum Beispiel Lockstationen nutzen, die Zombies an sich binden und dann explodieren.

Zombie Army 4: Dead War

 
Der Spielverlauf gestaltet sich dabei recht gleich. Ihr flitzt in den Leveln von Checkpoint zu Checkpoint und ballert so viele Zombies wie möglich über den Haufen. Der Titel schließt euch oft in kleineren Arenen ein, die durch Siegel oder dichten Nebel abgegrenzt sind. Erst, wenn ihr eine bestimmte Anzahl an Untoten erledigt habt, dürft ihr weiterziehen. Außerdem sammelt ihr zwischendurch zum Beispiel Benzin, um ein Schiff wieder in Gang zu kriegen oder Zahnräder, um Maschinen wieder flottzumachen.

Aufgrund der schieren Anzahl an Feinden geht selbst mit vier Spielern gerne mal die Übersicht flöten. Beißt ihr ins Gras, nerven vor allem die doof gesetzen Checkpoints, die euch gerne einmal einige Minuten an Spielzeit kosten können – vor allem, wenn ihr alleine unterwegs seid. Für den besonderen Kick bekommt ihr noch wöchentliche Herausforderungen geboten, die euch bereits absolvierte Level mit bestimmten Restriktionen absolvieren lassen.

Abseits der Kampagne wartet in Zombie Army 4: Dead War noch der Hordemodus auf euch. Wie in Gears of War tretet ihr Welle um Welle gegen Feinde an mit dem Ziel, möglichst lange zu überleben. Allerdings befestigt ihr hier keine Basis, sondern schaltet mit der Zeit neue Areale frei. Kämpft ihr zu Beginn lediglich mit einer Pistole bewaffnet gegen ein paar Zombies, sorgen neue Waffen, Nachschubabwürfe sowie schwierigere Feinde für ein komplexeres Spielgefühl. Der Hordemodus hat uns sogar noch mehr Spaß gemacht als die normale Kampagne, weil ihr hier stetig gefordert werdet.

Grafisch präsentiert sich Zombie Army 4: Dead War solide. Ihr bekommt nette Umgebungen geboten, die durch ihre trashige Endzeit-Atmosphäre überzeugen. Auch wenn die Spielfiguren in den Zwischensequenzen kaum Emotionen transportieren können, sind ihre Modelle hübsch anzuschauen. Außerdem erwartet euch ein flüssiges Spielgefühl ohne Slowdowns oder Ruckler. Der Soundtrack geht euch jedoch nach kurzer Zeit bereits auf den Senkel. Und ja, Trash in allen Ehren, doch Dialoge sowie die englische Sprachausgabe sind manchmal an der Grenze des Geschmacks. Bei Sätzen wie „Suizid heißt, dass ich sterbe. Aber ich sterbe nicht!“ mag man sich gerne den nächsten Zombie-Helm vor den Kopf hauen.

Zombie Army 4: Dead War

 
Zombie Army 4: Dead War bietet euch das, was der Name verspricht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Geschichte ist banaler 70er-Jahre Grindhouse-Trash mit platten Dialogen. Das spaßige Shooter-Flair gegen die untoten Nazi-Horden steht hier klar im Vordergrund. Im Singleplayer geht das in Ordnung, im Koop macht es richtig Spaß – trotz repetitivem Spielablauf und nervigen Checkpoints.

Ihr rüstet eure Waffen auf, sammelt coole Add-ons und schickt die Untoten mit geballter Feuerpower in die Hölle zurück. Schade, dass der Fokus nun mehr auf dem MG sowie hektischen Fights und weniger auf strategischem Vorgehen mit dem Scharfschützengewehr liegt. Das Trefferfeedback ist hier schlechter als bei den Vorgängern und es geht häufig die Übersicht verloren.

Ganz klar, wer Fan der Vorgänger ist, kann auch mit Zombie Army 4 nichts falsch machen. Die Macken im Feedback, der lineare Spielverlauf und die platte Story könnten anspruchsvollere Shooter-Spieler jedoch abschrecken. Aber die können ja immer noch in die Sniper Elite Teile vom gleichen Entwickler hineinschnuppern.

15 Kommentare Added

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  1. Bergalbatros27 30715 XP Bobby Car Bewunderer | 04.02.2020 - 08:37 Uhr

    Ja Dankeschön für den Test, ich werde warten ,bis ein für mich passendes Angebot verfügbar ist.

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  2. GreeceMorpheus 1040 XP Beginner Level 1 | 04.02.2020 - 11:26 Uhr

    Frage: unterstützt das Game auch couch koop? Das wäre dann Hammer und ein definitiver Kaufgrund.
    Bin immer noch von World War Z etntäuscht , dass die kein Couch koop anbieten….

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  3. Micha Twohair 25300 XP Nasenbohrer Level 3 | 07.02.2020 - 09:28 Uhr

    super Test, wieder einmal 😉

    werde warten vielleicht kommen ja noch Patches wegen dem Trefferfeedback ansonsten wird auf ein Sale gewartet ^^

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