Weird West: Test zur wundersamen Wildwest-Schießerei

Spielerische Dualität

Es ist schon sehr lange her, dass ihr ein glühendes Schießeisen in den Händen hieltet, doch die gegebenen Umstände lassen leider keine Alternative zu. Erst wurde euer hilfloser Sohn kaltblütig vor euren Augen von monströsen Geschöpfen zerfleischt, dann euer geliebter Ehemann spurlos entführt. Von rachsüchtigen Gefühlen getrieben grabt ihr hinter dem Hof euren Revolver wieder aus, den ihr dort vor Jahren verscharrt hattet. Ihr habt nur eines im Sinn: Vergeltung!

Die abgefahrene Handlung von Weird West ist eine wahrlich wundersame Geschichte, die in mehreren Episoden und verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Dabei erkundet ihr nicht nur die westlich des Mississippi gelegenen Regionen, sondern taucht tief in eine von mythologischen Sagen und fantastischen Legenden umwobene Spielwelt ein, die euch weit mehr bietet als bloße Wildwest-Kultur.

Aufgrund der isometrischen Ansicht ähnelt das Spiel auf den ersten Blick Klassikern wie Desperados, Commandos oder Diablo. Dabei dürft ihr die Kameraperspektive frei justieren und sogar ans unmittelbare Geschehen in zwei Stufen heranzoomen, sodass euch kein Detail entgehen sollte. Die stylische Cel-Shading-Optik hinterlässt durchaus einen bleibenden Eindruck und erinnert stark an Borderlands, XIII oder die Walking Dead-Reihe der Telltale Games-Schmiede.

Das actionhaltige Spielgeschehen läuft durchgehend in Echtzeit ab und erfordert einiges an geschickter Fingerfertigkeit, da sich die vermeintlich simple Steuerung sukzessive als recht komplex erweist. Weird West spielt sich prinzipiell wie ein klassischer Twin-Stick-Shooter, sodass ihr die beiden Sticks hauptsächlich zur Bewegung und zum Zielen verwendet. Mit dem linken Trigger zieht ihr dann eure ausgewählte Waffe und visiert eure Widersacher an, bevor ihr dann mit dem rechten Abzug in die vollen geht.

Die beiden Schultertasten dienen hierbei einerseits zur Auswahl eurer Waffen, andererseits zur Aktivierung eurer übermenschlichen Fähigkeiten, die ihr im Laufe des Abenteuers durch geheimnisvolle Relikte freischaltet. Da ihr in jeder Episode einen anderen Charakter übernehmt, erwarten euch diesbezüglich jedes Mal neue Fertigkeiten, sodass dahingehend für reichlich Abwechslung gesorgt ist. Darüber hinaus ist es euch möglich, durch goldene Spielkarten grundlegende Attribute wie Gesundheit oder Agilität aufzustufen, die ihr episodenübergreifend für jeden Charakter mitnehmt und sozusagen nachhaltig investiert.

Anhand des genretypischen Sichtfelds eurer Feinde könnt ihr jederzeit überblicken, ob ihr euch akut in Gefahr befindet aufzufliegen oder ob ihr euch in ausreichender Entfernung beziehungsweise sicherer Deckung befindet, ohne größere Aufmerksamkeit zu erregen. Sobald ihr den farblich markierten Radius eines Widersachers betretet, wird dieser auf euch aufmerksam und eine Anzeige über dessen Kopf beginnt sich zu füllen. Gelingt euch dann nicht die unentdeckte Flucht und die Leiste ist vollends gefüllt, bricht sprichwörtlich das Chaos aus und die erbarmungslose Jagd auch euch beginnt.

Ähnlich wie in anderen Genrevertretern lässt euch Weird West hierbei die freie Wahl der Vorgehensweise. Seid ihr ein gewiefter Schleichexperte, der sich still und heimlich an die Feinde heranpirscht, um sie unbemerkt ins Land der Träume zu schicken, oder bevorzugt ihr die rabiate Ich-knall-alles-ab-Variante und prescht mit gezogener Waffe ungestüm ins wilde Getümmel – die Wahl liegt ganz bei euch. Ihr solltet lediglich darauf achten, dass ihr beim heimlichen Vorgehen stets die ohnmächtigen Körper gut versteckt, sodass kein unnötiger Alarm ausgelöst wird.

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6 Kommentare Added

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  1. Robilein 955525 XP Xboxdynasty All Star Onyx | 31.03.2022 - 15:23 Uhr

    Danke für den toll geschriebenen Test. Die Einleitung ist übrigens echt Klasse. Mit dem Film „A Million Ways to Die in the West“ hat Seth MacFarlane ja schon erfolgreich versucht, die ganzen Klischees über den Wilden Westen zu entkräften 😂😂😂

    Liest sich alles sehr gut. Seit The Ascent, welches einfach genial ist, mag ich diese Art Spiele. Scheint auch ein gelungener Genremix zu sein. Auch gut zu lesen das die Entscheidungen wirklich Konsequenzen haben. Da haben die Entwickler wohl nicht zuviel versprochen. Die technischen Probleme kann man sicherlich durch einen Patch beheben.

    Ich freue mich drauf🤗🤗🤗

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  2. Kabelfritz 36564 XP Bobby Car Raser | 31.03.2022 - 15:32 Uhr

    spannende prämisse, werde es antesten… ist bekannt ob noch eine X/S version kommt?

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    • Rob Acid 10250 XP Sandkastenhüpfer Level 1 | 31.03.2022 - 16:39 Uhr

      Denke eher nicht, Devolver bleibt seiner Linie treu. Selbst wenn ein Patch kommen würde, wird sich bei einem Indie Spiel wohl nicht viel ändern.

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    • MisterX 680 XP Neuling | 31.03.2022 - 20:53 Uhr

      Bei so einem kleinen Spiel braucht es keine Series S/X Version finde ich.. Sieht auch super aus und läuft schnell. Und was hat man davon? Dying Light 2 ist angeblich ein Series S/X Spiel und hat noch nicht mal HDR. Klar haben Current Gen Spiele durchaus mehr Vorteile und sehen noch besser aus, allerdings würde ich sagen: Kein HDR, kein Current Gen..

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  3. RealFraDiavolo666 0 XP Neuling | 31.03.2022 - 18:11 Uhr

    Zocke ich auf jeden Fall mal an😃

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