SnowRunner: Test zum Land der unbefestigten Möglichkeiten

Schlammpfade und Hügel

Euer Auftrag erstrahlt auf dem Papier einfach und deutlich. Metallplanken und Ersatzteile sollen zum Zielort befördert werden, die dort dringend benötigt und euch sofort aus den Händen gerissen werden. Also rein in euren in die Jahre gekommenen Lastkraftwagen und auf zum entlegenen Lager, die ersten Schlammpfade und Hügel überwinden und euch mit dem ersten Puzzleteil ausrüsten. Ist das vom Tisch, nehmt ihr Kurs auf das Stadtlager. Dort werden noch eben die Metallplanken verladen, die Karte erneut studiert und der Auftrag nimmt bisher ohne nennenswerte Komplikationen seinen Lauf.

Doch was euch nun auf der Karte entgegenspringt, schreit schon aus der Ferne nach einem wesentlich schwierigeren Unterfangen. Euren Geländejeep schickt ihr vorsichtshalber als Pfadfinder voraus und überprüft, ob der gewählte Weg auch von einer nur bedingt geländetauglichen und völlig beladenen Zugmaschine mit Anhänger überhaupt überwunden werden kann. Ein Münzwurf.

Es nützt kein Jammern, die Ware muss dorthin, egal wie. Mithilfe der Seilwinde, der Differenzialsperre, dem gesegneten Allradantrieb sowie einem weiteren Fahrzeug als Befestigungspunkt für die Winde wird die erste Sumpfpassage in Superzeitlupe überwunden. Zentimeter für Zentimeter. Nach ein wenig harmlosen Schotter und kniehohen mit Schlamm gefüllten Spurrillen, die ihr gekonnt umkurvt, habt ihr endlich wieder festen Boden unter den Rädern und biegt auf die Zielgerade.

Und dann habt ihr es geschafft, der Entladebereich ist zum Greifen nahe. Benzin leer. Kurz das Spiel verfluchen oder etwas den Wutball kneten und weiter geht die Reise. Ein drittes Fahrzeug muss her. Prompt ein Benzinfass hinten dran geschnallt und euch erneut über den teuflischen Pfad bis hin zum liegengebliebenen Problemkind kämpfen.

Inzwischen sind gute zwei Stunden ins Land gezogen und ihr habt bisher, rein gar nichts erreicht. Kein Geld in die Kasse gespült oder sonstige Fortschritte erlangt. Nur dem gesetzten Ziel kommt ihr immer näher. Nur noch den Schweiß von der Stirn wichen und euer Zugpferd mit Treibstoff wieder zum Leben erwecken. Danach schaukelt ihr das Ding letztendlich nach Hause und dürft euren wohlverdienten Feierabend antreten.

Und so endet ein ganz normaler Arbeitstag bei SnowRunner! Oder doch noch eine Mission? Genau diese Frage begleitete uns andauernd beim Test von SnowRunner. Ein Zeitfresser, durch und durch. Kurz, eben oder schnell, sind alles Begrifflichkeiten, die ihr ersatzlos streichen könnt. Oftmals werdet ihr auf halbem Weg schmerzvoll feststellen, dass ihr euch mit eurem aktuellen Arbeitsgerät völlig verhoben habt und sich die gestellte Aufgabe zunächst hinten anstellen muss. Haltet am besten alle Uhren so weit wie möglich von euch fern und taucht nur in das Spiel ein, wenn genau dies, auch möglich ist.

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3 Kommentare Added

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  1. Robilein 446825 XP Xboxdynasty Veteran Onyx | 07.05.2020 - 07:19 Uhr

    Danke für den Test.

    “Kurz das Spiel verfluchen oder etwas den Wutball kneten und weiter geht die Reise.“?

    Sieht nach einer tollen Weiterentwicklung zum Vorgänger aus.

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  2. Ruhrstadion1848 1260 XP Beginner Level 1 | 07.05.2020 - 07:58 Uhr

    Super geschriebener Test…..mir 8.5 verdiente Wertung.Ich liiiiebe das Spiel.Sehr,sehr motivierent.Aber man muss sich halt reinbeißen.Auf jedenfall etwas leicht als Mudrunner….die Option „bergen“ ist sehr wichtig.So geht kein Fahrzeug“verloren“

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