Wolfenstein: Youngblood: Entwickler und Publisher über Nazis und die Kontroverse ihrer Spiele

Der Entwickler von Wolfenstein: Youngblood spricht über Storytelling, Nazis als Bösewichte und besorgniserregende Kontroversen.

Wolfenstein bedeutet für Videospieler seit jeher vor allem eins: Nazis erschießen! Seit dem Debüt in den frühen 1980er Jahren (Castle Wolfenstein, 1981) hat sich an diesem Kernelement der Spiele nicht viel getan. Das Reboot der Serie, Wolfenstein: The New Order, änderte daran 2014 ebenfalls nichts, legte aber einen größeren Fokus auf die Story.

Andreas Öjefors, Senior Game Director bei MachineGames und auch verantwortlich für den aktuellen Teil der Reihe, Wolfenstein: Youngblood, sprach nun auf der Gamescom über das Spiel und über die Überraschung des Entwicklerteams, als man erfuhr, wie kontrovers die Wolfenstein Reihe immer noch betrachtet wird.

„Es ist unglaublich schräg und verrückt. […] Wir wollten großartige und interessante Geschichten erzählen, so gut wir eben konnten.“

Dass derartige Geschichten über einem doch recht simplen Grundkonstrukt das Publikum trotzdem polarisieren können, bekam Publisher Bethesda bereits beim Vorgänger Wolfenstein II: The New Colossus zu spüren. Das Unternehmen bewarb das Spiel in Social Media Kampagnen unter anderem mit Hashtags wie #NoMoreNazis oder dem Slogan „Make America Nazi-Free Again“. Beschwerden wurden laut, die Bethesda letzten Endes dazu brachten, in einem Statement endgültig klarzustellen, die Auffassung des Unternehmens sei, dass „Nazis böse und unamerikanisch“ sind.

„Im Vorfeld zu Wolfenstein II: The New Colossus gab es Kommentare im Internet über das Thema des Spiels, Nazis zu bekämpfen“, sagte Öjefors. „Irgendwie hielten die Leute das für problematisch, was einfach unglaublich enttäuschend ist.“

In dem kurzen Interview drückte Andreas Öjefors auch seine Besorgnis über den wachsenden rechten Extremismus und darüber, wie dieser den Onlinediskurs beeinflusst, aus. In den deutschen Medien wurde die Thematik, Nazis zu bekämpfen nicht so stark diskutiert wie die Frage, ob sie denn auch als solche dargestellt werden dürfen. Wolfenstein: Youngblood ist der erste Teil der Reihe, der auch in Deutschland im ursprünglichen Design mit Hakenkreuzen erscheinen durfte und spaltete mit verschiedenen Versionen Spieler und Händler gleichermaßen.

5 Kommentare Added

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  1. Dickschwein 23600 XP Nasenbohrer Level 2 | 27.08.2019 - 08:10 Uhr

    Also mir persönlich ist es letztendlich relativ egal ob mit oder ohne symbolik.
    Durch die Atmosphäre ists mir nie wirklich aufgefallen.

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  2. zockerhans72 3800 XP Beginner Level 2 | 27.08.2019 - 08:32 Uhr

    Warum wird das denn immer diskutiert 🤔 keine Ahnung, die Zensur wird so, oder so wieder zuschlagen hier in 🇩🇪 was eigentlich Schade ist, dann dürften Filme auch nicht mit der Symbolik ausgestrahlt werden oder? Naja egal ich werde es wieder mir holen, das Spiel.

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    • Lord Maternus 70000 XP Tastenakrobat Level 1 | 27.08.2019 - 10:41 Uhr

      Auch wenn sowohl Filme als auch Videospiele kreative Machwerke bzw. „Kunst“ sind, bieten die Spiele doch noch den Aspekt der Interaktion. Man sieht nicht nur, wie jemand erschossen wird, sondern ist selbst mittendrin und schießt.
      Das und die furchtbar aktuelle und keineswegs überholte Ansicht *hust*, dass Videospiele vor allem etwas für Kinder und Jugendliche sind, sorgt eben dafür, dass die Grundlage eine ganz andere ist. Deshalb entwickelt sich der Umgang mit Spielen im Bezug auf Zensur oder ähnliches auch langsamer als bei Filmen.
      So würde ich mir das zumindest erklären.

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  3. Archimedes 194680 XP Grub Killer Elite | 27.08.2019 - 09:20 Uhr

    Es ist irgendwie eine lächerliche Debatte. Dass wir hier unsere Medien zensieren setzt dem ganzen nur den Hut auf. Was ist denn so wild daran in einem Videospiel gegen Nazis zu kämpfen?

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  4. Robilein 183385 XP Battle Rifle Elite | 27.08.2019 - 11:27 Uhr

    Ich empfinde die Kontroverse als total sinnlos. Auf N24 laufen ständig Dokus vom 2. Weltkrieg.
    Auf der einen Seite wird die Symbolik etc. unter Strafe gestellt. So will man es leugnen, was für mich der falsche Weg ist. Auf der anderen Seite wird ständig gezeigt was Deutschland in der Vergangenheit gemacht hat. Das passt für mich nicht.

    Deswegen finde ich es in Spielen nicht schlimm. Ist auch eine Kunstform. Es ist eben Teil unserer Vergangenheit. Da bringt leugnen meiner Meinung nach nichts.

    Das einige Händler den Verkauf mit Nazi Symbolik unterbunden haben finde ich auch dumm. Das Spiel hat schließlich von der USK eine Freigabe bekommen.

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