IO Interactive: CEO spricht über Übernahmeangebote und Geldnot

Der CEO von IO Interactive berichtet über Probleme, das Studio über Wasser zu halten und gegen verlockende Übernahmeangebote stark zu bleiben.

IO Interactive hat sich vor wenigen Jahren von der Muttergesellschaft Square Enix getrennt. Im Juni 2017 wurde ein MBO, Management Buyout, ausgehandelt, was zur Folge hatte, dass IO Interactive ein unabhängiges Studio wurde und trotzdem alle Rechte an der Hitman IP behalten konnte.

Dieser MBO wurde ungefähr 15 Monate nach der Veröffentlichung von Hitman 2016 abgeschlossen, was ein durchaus riskanter Schritt für die Entwickler war. Das Spiel hatte einen eher zögernden Start hingelegt und hat erst vier Jahre nach der Veröffentlichung die Projektkosten hereingeholt. Die Nachfolger Hitman 2 und Hitman 3 schafften dies schneller, der dritte Teil sogar in weniger als einer Woche.

In einem Interview mit IGN erzählte der CEO und Mitbesitzer Hakan Abrak jetzt über die Visionen von Hitman und das durch den MBO entstandene Risiko für die Firma.

„Die Vision, die wir für Hitman 2016 hatten war, dass wir eine Plattform geschaffen haben, bei der es nicht nur um die Verkaufsleistung in den ersten drei oder sechs Monaten ging, wir wussten, dass wir einen Marathon vor uns hatten“, so der CEO Hakan Abrak.

Doch da das Spiel nur langsam die Kosten wieder einspielte, hatte das Studio öfter Geldnot und konnte sich nur knapp über Wasser halten. Das zog natürlich viele Investoren an und laut Abrak wurden auch viele verschiedene Investitionsmodelle vorgestellt.

„Es gab also Zeiten, in denen wir kurz davorstanden, einen Investor zu finden oder aber das hier durchzuziehen. Schlussendlich haben wir unsere Vision verfolgt. Wir wussten, dass ein MBO ein Risiko sein würde“, sagte Abrak.

Einer der Anwärter als Investor hat IO Interactive sogar vorgeschlagen, das Spiel als Free-to-Play-Version zu veröffentlichen.

„Ich glaube, Free-to-Play ist sehr interessant und es gibt einige wirklich coole Ideen, die dafür geeignet sind, aber das Hitman, das wir 2016 gemacht haben, gehörte nicht dazu“, erklärte Abrak weiter.

Doch der Ehrgeiz zahlt sich aus und das Blatt hat sich gewendet, denn die neuen Verkaufszahlen und die Beliebtheit, welche die Hitman-Reihe zurzeit hat, habe die Erwartungen sogar noch übertroffen.

„Wir haben daran geglaubt, dass es erfolgreich sein würde, und wir waren immer ein bisschen widerstandsfähig“, äußerte er. „Einige der Angebote waren wirklich, wirklich attraktiv und es wäre in vielerlei Hinsicht einfacher gewesen [mit einem Investor], aber ich denke, an diesem Punkt waren wir hartnäckig: Wir mussten wirklich versuchen, das selbst in die Hand zu nehmen! Und wissen Sie was? Es hat nicht nur funktioniert, es hat alle unsere Erwartungen übertroffen!“

IO Interactive ist also schlussendlich stark geblieben und konnte sich behaupten. Nach den jüngsten Erfolgen ist das Studio sehr wahrscheinlich auch erstmal nicht mehr in Geldnot.

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25 Kommentare Added

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  1. Mil van Ter 3920 XP Beginner Level 2 | 09.04.2021 - 21:05 Uhr

    Ich hatte damals den 1. Hitman Teil gespielt. War zwar wirklich spaßig, mit all den Freiheiten und Herangehensweisen in jedem Level. Allerdings gefallen mir die Story orientierten Hitmans wie zuletzt Absolution deutlich mehr. Ich hoffe in die Richtung kommt auch nochmal ein Teil.

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  2. TheMarslMcFly 76300 XP Tastenakrobat Level 3 | 09.04.2021 - 22:07 Uhr

    Das wundert mich tbh. Hitman verkauft sich doch immer wie geschnitten Brot, oder kommt mir das nur so vor?!

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